Die richtige Vorbereitung vor dem Streichen
Eine saubere Vorbereitung ist entscheidend für ein schönes Farbergebnis. Auch die beste Wandfarbe kann nicht optimal wirken, wenn der Untergrund staubig, fettig oder beschädigt ist.
1. Tapete prüfen
Kontrolliere zuerst, ob die Vliestapete noch fest an der Wand sitzt. Besonders wichtig sind Ecken, Kanten und Nähte. Lose Stellen solltest Du mit geeignetem Tapetenkleber nachkleben.
Achte außerdem auf:
- Blasen
- offene Nähte
- eingerissene Stellen
- abstehende Kanten
- starke Verschmutzungen
Erst wenn die Tapete fest und eben sitzt, solltest Du mit dem Streichen beginnen.
2. Wand reinigen
Staub, Fett oder Schmutz können dazu führen, dass die Farbe nicht richtig haftet. Wische die Tapete daher vorsichtig mit einem trockenen oder leicht feuchten Tuch ab.
Bei stärkeren Verschmutzungen solltest Du sehr behutsam arbeiten, damit die Tapete nicht beschädigt wird.
3. Raum abkleben und schützen
Klebe Steckdosen, Lichtschalter, Fußleisten, Türrahmen und Fensterrahmen sauber ab. Decke Boden und Möbel mit Abdeckfolie oder Malervlies ab.
Je sauberer Du vorbereitest, desto professioneller wirkt später das Ergebnis.
Braucht man eine Grundierung vor dem Überstreichen?
Ob eine Grundierung notwendig ist, hängt vom Untergrund ab. Bei vielen intakten Vliestapeten kannst Du direkt mit hochwertiger Wandfarbe streichen.
Eine Grundierung kann sinnvoll sein, wenn:
- die Tapete stark saugt
- die Oberfläche ungleichmäßig wirkt
- alte Flecken durchschlagen könnten
- die Tapete sehr dunkel oder gemustert ist
- Du eine besonders gleichmäßige Basis schaffen möchtest
Wenn Du unsicher bist, kannst Du an einer kleinen Stelle testen, wie die Farbe deckt und haftet.
Welche Farbe eignet sich für Vliestapete?
Für Vliestapeten eignet sich eine hochwertige Innenwandfarbe mit guter Deckkraft. Besonders bei strukturierten oder dunkleren Tapeten solltest Du auf eine Farbe achten, die gleichmäßig deckt und sich sauber verarbeiten lässt.
Wichtig sind:
- gute Deckkraft
- gleichmäßiger Auftrag
- angenehme Verarbeitung
- passende Farbwirkung zum Raum
- robuste Oberfläche für beanspruchte Bereiche
Für Wohnzimmer, Schlafzimmer und Flure eignen sich je nach gewünschtem Look helle Beige-, Grau-, Grün- oder Blautöne besonders gut. Dunklere Farben können sehr hochwertig wirken, sollten aber bewusst eingesetzt werden, zum Beispiel als Akzentwand.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Vliestapete richtig überstreichen
Schritt 1: Untergrund kontrollieren
Prüfe zuerst die gesamte Wandfläche. Die Tapete muss trocken, sauber und fest verklebt sein. Kleine Schäden solltest Du vor dem Streichen ausbessern.
Schritt 2: Alles sorgfältig abkleben
Klebe alle Bereiche ab, die nicht gestrichen werden sollen. Achte besonders auf saubere Kanten, damit das Ergebnis später hochwertig aussieht.
Schritt 3: Farbe gut aufrühren
Rühre die Wandfarbe gründlich auf, damit Pigmente und Bindemittel gleichmäßig verteilt sind. So vermeidest Du Farbunterschiede auf der Wand.
Schritt 4: Ecken und Kanten vorstreichen
Beginne mit einem Pinsel an Ecken, Kanten, Steckdosen und Übergängen. Arbeite nicht zu weit vor, damit die Farbe an den Rändern nicht antrocknet, bevor Du mit der Rolle weiterarbeitest.
Schritt 5: Fläche mit der Farbrolle streichen
Trage die Farbe gleichmäßig mit einer Farbrolle auf. Arbeite am besten in Bahnen und streiche nass in nass. Das bedeutet: Die nächste Bahn wird gestrichen, solange die vorherige noch feucht ist.
So vermeidest Du sichtbare Ansätze und Streifen.
Schritt 6: Trocknen lassen
Lasse die erste Farbschicht vollständig trocknen. Die genaue Trocknungszeit hängt von Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Farbe ab.
Lüfte regelmäßig, vermeide aber starke Zugluft direkt während des Streichens.
Schritt 7: Zweiten Anstrich auftragen
Für ein besonders deckendes und hochwertiges Ergebnis ist meist ein zweiter Anstrich sinnvoll. Besonders bei dunklen, gemusterten oder strukturierten Vliestapeten sorgt der zweite Anstrich für eine gleichmäßige Oberfläche.
Häufige Fehler beim Überstreichen von Vliestapete
Zu wenig Vorbereitung
Wenn lose Tapetenstellen, Staub oder Schmutz nicht entfernt werden, kann die Farbe ungleichmäßig wirken oder schlecht haften.
Zu viel Farbe auf einmal
Eine zu dicke Farbschicht kann die Struktur der Tapete zusetzen und unschöne Nasen bilden. Lieber gleichmäßig und kontrolliert arbeiten.
Falsche Rolle
Eine ungeeignete Farbrolle kann Streifen oder eine unruhige Oberfläche verursachen. Für glatte Tapeten eignet sich meist eine feinere Rolle, für strukturierte Tapeten eine Rolle mit etwas höherem Flor.
Nicht nass in nass gearbeitet
Wenn einzelne Bereiche bereits antrocknen, bevor Du weiterstreichst, können sichtbare Ansätze entstehen.
Zweiten Anstrich zu früh aufgetragen
Wird die zweite Schicht aufgetragen, bevor die erste vollständig trocken ist, kann das Ergebnis fleckig werden.
Vliestapete mit Struktur überstreichen
Strukturierte Vliestapeten können nach dem Streichen besonders hochwertig wirken, weil die Struktur durch die Farbe betont wird. Wichtig ist hier, dass die Farbe gleichmäßig in alle Vertiefungen gelangt.
Arbeite mit einer passenden Farbrolle und übe nicht zu viel Druck aus. Bei stark strukturierten Tapeten kann es sinnvoll sein, die Farbe in mehreren dünnen Schichten aufzutragen.
Helle Farben lassen die Struktur oft dezenter wirken, während dunklere Farbtöne die Struktur stärker hervorheben können.
Dunkle Vliestapete überstreichen
Wenn Du eine dunkle Vliestapete überstreichen möchtest, brauchst Du meist mehr Deckkraft. Je nach Ausgangsfarbe und gewünschtem Endton kann ein zusätzlicher Anstrich notwendig sein.
Besonders bei einem Wechsel von dunkel zu hell empfiehlt sich:
- hochwertige, gut deckende Wandfarbe
- eventuell eine Grundierung
- mindestens zwei Anstriche
- ausreichend Trocknungszeit zwischen den Schichten
So vermeidest Du, dass der alte Farbton später durchscheint.
Vliestapete weiß überstreichen
Weiße Wandfarbe ist eine klassische Lösung, wenn ein Raum heller, ruhiger oder größer wirken soll. Gerade bei Renovierungen oder beim Einzug in eine neue Wohnung ist Weiß eine sichere Wahl.
Achte jedoch darauf, dass auch weiße Farbe hochwertig und deckend ist. Günstige Farben wirken auf Tapeten oft fleckig oder benötigen mehrere Anstriche.
Welche Räume eignen sich besonders?
Wohnzimmer
Im Wohnzimmer kannst Du mit überstrichener Vliestapete eine hochwertige und gemütliche Wandgestaltung schaffen. Warme Beige- oder Greigetöne wirken ruhig und modern, während Grün oder Blau für mehr Charakter sorgen.
Schlafzimmer
Für das Schlafzimmer eignen sich sanfte, beruhigende Farben. Helle Naturtöne, Salbei, Creme oder sanftes Blau können eine entspannte Atmosphäre schaffen.
Flur
Im Flur sollte die Wandgestaltung robust und pflegeleicht sein. Eine überstrichene Vliestapete kann hier sinnvoll sein, wenn sie stabil ist und mit einer widerstandsfähigen Farbe gestrichen wird.
Arbeitszimmer
Im Arbeitszimmer wirken ruhige Farben besonders angenehm. Dezente Grün-, Grau- oder Blautöne können konzentriert und hochwertig wirken.
Welche Produkte passen zu diesem Projekt?
Für das Überstreichen von Vliestapete brauchst Du vor allem:
- hochwertige Innenwandfarbe
- Farbrolle passend zur Tapetenstruktur
- Pinsel für Ecken und Kanten
- Abdeckmaterial
- Malerkrepp
- eventuell Grundierung
- Tapetenkleber zum Nachbessern loser Stellen
Bei Veluxis findest Du passende Wandfarben, Tapeten und Zubehör für Dein Renovierungsprojekt. So kannst Du Wandgestaltung und Verarbeitung aufeinander abstimmen.
Fazit: Vliestapete überstreichen ist einfach, wenn die Vorbereitung stimmt
Vliestapete zu überstreichen ist eine praktische Möglichkeit, Deinen Räumen schnell einen neuen Look zu geben. Entscheidend ist, dass die Tapete fest sitzt, sauber ist und die richtige Farbe verwendet wird.
Mit guter Vorbereitung, hochwertiger Wandfarbe und sauberer Streichtechnik erzielst Du ein gleichmäßiges, hochwertiges Farbergebnis. Besonders bei intakten Vliestapeten kannst Du Dir das Entfernen der Tapete oft sparen und die Wand direkt neu gestalten.